POPSALON Robert Stadlober // Lùisa
Bald ist es wieder so weit: Für das beliebte Indoor-Festival Popsalon öffnen verschiedene Clubs und Konzertlocations in Osnabrück 2026 ihre Türen. Vier Tage lang steht die Popmusik in Osnabrück im Vordergrund – dieses Jahr auch im Sharehaus Friedenskirche.

LÙISA ist eine Suchende – nach Licht im Schatten, nach Kraft im Chaos, nach Magie in einer Welt, die sich oft entzaubert anfühlt. Mit ihrem vierten Album »Call Me The Witch« verwandelt die Hamburger Künstlerin Wut in Energie, Schmerz in Schönheit und Verletzlichkeit in Macht. In ihrem kleinen Holzstudio in Hamburg hat sie nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihr Handwerk als Produzentin neu entdeckt. Der Sound, den sie dort formt, ist hypnotisch und vielschichtig – getragen von schwebenden Synth-Flächen, düsteren 80s-Gitarren und treibenden Drums. Er erinnert an Kate Bush, Cocteau Twins oder Fleetwood Mac, bleibt aber unverkennbar LÙISA: gegenwärtig, frei und voller Selbstvertrauen. Ihre Songs kreisen um Female Rage, Selbstermächtigung und Widerstand – und doch sind sie nie bitter, sondern leuchten von innen. LÙISA versteht es, Dunkelheit zu nutzen, um etwas Strahlendes daraus zu erschaffen. Wenn sie singt: »I want to be the kind of woman that men are scared of when they go home, alone, in the dark«, ist das keine Drohung, sondern ein Zauberspruch – ein Aufruf zur Selbstbestimmung. Für ihre visionäre Arbeit wurde sie mit dem Female Producer Prize* ausgezeichnet. Doch wichtiger als Auszeichnungen ist, was ihre Musik verkörpert: Unabhängigkeit, Mut und die leise Macht, sich selbst neu zu erfinden.

»Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut.« – mit diesem Satz von Kurt Tucholsky eröffnet ROBERT STADLOBER seine literarisch-musikalische Reise. Gemeinsam mit Gitarre und Klavier verbindet er Tucholskys Texte mit eigenen Melodien und macht erfahrbar, wie wenig sich die großen Fragen und Zumutungen der Zeit verändert haben. Es geht um das Unvermögen menschlicher Nähe, um Liebe und Hass, um die Sinnlosigkeit von Gewalt und die Hoffnungslosigkeit von Politik, die über Gewalt vermittelt wird. Stadlober verdichtet Tucholskys Gedanken zu einer eindringlichen Performance, die zwischen Gesang, Sprache und Spiel changiert. Sein Programm ist keine museale Erinnerung, sondern eine Gegenwartsdiagnose: Tucholskys über hundert Jahre alte Sätze legen den Finger in Wunden, die wir nur allzu gut kennen – von der Sehnsucht nach einem »richtigen Leben« bis zum immerwährenden Kampf um ein kleines Stück vom Ganzen. ROBERT STADLOBER singt, spricht und ruft uns ins